KG vs. KGG: Was ist der Unterschied zwischen Krankengymnastik und Gerätetraining?
Ihr Arzt hat Ihnen ein Rezept ausgestellt, und darauf steht KG oder KGG. Viele Patienten wissen nicht, was diese Abkürzungen bedeuten, wie sich die Therapieformen unterscheiden und welche für ihre Beschwerden sinnvoll ist. Hier steht, was die Kürzel bedeuten und wann welche Form sinnvoll ist.
Was bedeuten die Kürzel?
KG steht für Krankengymnastik, die klassische manuelle Form der Physiotherapie. KGG steht für Krankengymnastik am Gerät, Physiotherapie mit Einsatz von Trainingsgeräten. Beide sind anerkannte Heilmittel im Sinne des Heilmittelkatalogs (HMK) und werden von gesetzlichen Krankenkassen erstattet, wenn ein Arzt sie verordnet.
Krankengymnastik (KG): manuelle Eins-zu-eins-Behandlung
Bei der KG arbeitet der Therapeut ohne Geräte direkt am Patienten. Behandlungstechniken umfassen: passive und aktive Mobilisation von Gelenken, Dehnung verkürzter Muskeln, manuelle Weichteiltechniken, neurologische Behandlungskonzepte (Bobath, PNF), atemtherapeutische Techniken und gezielte therapeutische Übungen.
KG ist hochindividuell und passt sich jeder Behandlungssitzung neu an. Sie eignet sich für alle Altersgruppen und Erkrankungsbilder, von der Neugeborenen-Therapie bis zur geriatrischen Rehabilitation. Die Eins-zu-eins-Betreuung durch den Therapeuten gewährleistet maximale Qualität und Sicherheit.
Krankengymnastik am Gerät (KGG): funktionelles Training unter Aufsicht
KGG ergänzt die manuelle Behandlung durch den Einsatz medizinischer Trainingsgeräte: Seilzüge und Kraftgeräte zum gezielten Muskelaufbau, Laufband und Ergometer für Ausdauer, Balance-Boards und Therapiekreisel für Koordination und Propriozeption, Vibrationstraining für Muskelaktivierung.
KGG wird in Gruppen von maximal 3 Patienten unter therapeutischer Aufsicht durchgeführt. Der Therapeut erstellt einen individuellen Trainingsplan, korrigiert die Ausführung und passt die Belastung schrittweise an. Dies unterscheidet KGG grundlegend vom eigenverantwortlichen Training im Fitnessstudio.
Wann ist KG indiziert, wann KGG?
KG ist besonders geeignet bei: akuten Schmerzzuständen, frisch operierten oder verletzten Strukturen, neurologischen Erkrankungen, komplexen Funktionsstörungen, die manuelle Diagnose und Behandlung erfordern, sowie bei Patienten, die noch nicht belastbar genug für Gerätetraining sind.
KGG ist besonders geeignet bei: chronischen Erkrankungen des Bewegungsapparates mit Muskelschwäche, post-operativer Rehabilitation in fortgeschrittenen Phasen, Rückenproblemen mit Muskeldysbalancen, Osteoporose-Prävention, chronischen Schmerzen bei Arthrose und als Vorbereitung zur Rückkehr in den Sport.
Können KG und KGG kombiniert werden?
Ja, und diese Kombination ist oft sinnvoll. Der Arzt kann beide Therapieformen auf einem Rezept verordnen. In der Praxis beginnt die Behandlung meist mit reiner KG in der Akutphase, um manuelle Probleme zu beheben. Sobald der Patient belastbarer ist, wird KGG hinzugefügt, um Kraft, Ausdauer und Koordination aufzubauen.
Kosten und Zuzahlung
Beide Therapieformen werden mit ärztlicher Verordnung von der GKV erstattet. Gesetzlich Versicherte zahlen 10 € Rezeptgebühr plus 10 % der Behandlungskosten pro Rezept. KGG ist in der Abrechnung etwas günstiger als Einzel-KG, da die Gruppengröße von bis zu 3 Patienten die Kosten aufteilt.
Häufige Fragen zu KG und KGG
Kann ich selbst entscheiden, ob ich KG oder KGG bekomme?
Die Verordnung trifft der Arzt. Aber Sie können Ihrem Arzt Ihre Wünsche mitteilen und er kann beide Therapieformen verordnen. Ihr Physiotherapeut bespricht dann mit Ihnen, was sinnvoll ist.
Wie groß ist eine KGG-Gruppe?
Gesetzlich maximal 3 Patienten, damit eine individuelle Betreuung gewährleistet ist. Im PhysioAktiv Bergkamen wird auf kleine Gruppengrößen und optimale Betreuungsqualität geachtet.
Brauche ich für KGG ein gesondertes Rezept?
KGG und KG können auf demselben Heilmittelrezept verordnet werden. Ihr Arzt wählt die entsprechenden Positionsnummern aus dem Heilmittelkatalog.
Auf Ihrem Rezept steht ein Kürzel, und Sie hätten es gern erklärt? Rufen Sie an oder schreiben Sie uns. Wir schauen uns gern gemeinsam mit Ihnen an, was infrage kommt. Termin vereinbaren →
Fachlich geprüft vom Team der PhysioAktiv. Stand: .
Hinweis: Dieser Text ist allgemeine Information und ersetzt keine ärztliche Diagnose. Ob eine Behandlung in Ihrem Fall sinnvoll und verordnungsfähig ist, entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt.
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